Energieberater Gehalt: Was wirklich drin ist (inkl. Stundenlohn, Nebenjob & Selbstständigkeit)

Energieberater Gehalt
Inhaltsverzeichnis

Der Job als Energieberater boomt – dank Sanierungswelle, Förderprogrammen und steigenden Energiepreisen. Aber wie sieht es beim Energieberater Gehalt aus? In diesem Leitfaden bündeln wir die gängigsten Fragen: Energieberater Verdienst, Stundenlohn, Nebenjob-Möglichkeiten, Quereinstieg, Qualifikation und Einkommen als Selbstständiger.

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Kurzüberblick: Was verdient ein Energieberater?

  • Angestellt (Vollzeit): ca. 38.000–62.000 € brutto/Jahr (je nach Region, Erfahrung, Tarif, Betriebsgröße).
  • Berufseinsteiger / Quereinsteiger: meist 34.000–45.000 € brutto/Jahr; mit Zusatzqualifikationen deutlich steigend.
  • Stundenlohn (freiberuflich): häufig 60–120 € (netto, vor Steuern), je nach Leistungspaket (z. B. iSFP, individuelle Sanierungsberatung, KfW-/BAFA-Förderbegleitung).
  • Nebenberuflich: realistisch 600–2.000 €+ / Monat bei 1–4 Projekten, abhängig von Paketpreisen & Zeitaufwand.
  • Selbstständig (Vollzeit): 80.000–150.000 € Umsatz/Jahr sind möglich; das Einkommen hängt von Auslastung, Preismodell und Kosten (Versicherung, Software, Fahrten, Marketing) ab.

 

Wichtig: Das sind typische Spannen – tatsächliche Werte variieren stark nach Bundesland, Qualifikation, Spezialisierung (z. B. Nichtwohngebäude) und Förderkulisse.

Energieberater Verdienst: Welche Faktoren entscheiden?

  1. Qualifikation & Zertifikate (z. B. Eintrag in die Energieeffizienz-Expertenliste, HWK/IKK-Schulungen, DIN-Kenntnisse)
  2. Leistungsumfang (Vor-Ort-Begehung, Energieausweis, iSFP, Fördermittelmanagement, Baubegleitung)
  3. Zielgruppe (Privatkunden vs. Gewerbe/Nichtwohngebäude)
  4. Region & Nachfrage (Ballungsräume vs. ländliche Gebiete)
  5. Vertriebsstärke (Empfehlungen, Online-Präsenz, Netzwerke mit Architekten/Handwerk)

Energieberater Qualifikation: Warum sie dein Gehalt nach oben zieht

Wer förderfähige Beratungen anbieten will (z. B. iSFP, BEG-Einzelmaßnahmen), braucht anerkannte Qualifikationen und oft die Listung in der EEE-Liste. Das öffnet:

  • höhere Paketpreise (weil förderfähig),
  • komplexere Projekte (höherer Wert, höherer Satz),
  • Kooperationen mit Planern/Handwerk – regelmäßige Leads.

Praxis-Tipp: Plane neben der Grundausbildung Budget/Zeit für Update-Schulungen (Förderrichtlinien ändern sich) – das zahlt sich direkt im Energieberater Einkommen aus.

Energieberater Quereinsteiger: Gehalt realistisch einordnen

Viele kommen aus Bau, TGA, Architektur, Meisterhandwerk oder Energiehandel. Zum Start:

  • Einstieg: häufig 34.000–42.000 € (angestellt).
  • Mit ersten Zertifikaten + Praxisprojekten kommst du in 42.000–55.000 €.
  • Wer schnell standardisierte Pakete verkauft (z. B. Energieausweise, Einstiegsberatungen), steigert den Stundenlohn zügig.

 

Quereinstieg-Hebel:

  • 1–2 skalierbare Produkte mit klaren Preisen (z. B. „Basisberatung Wohnung“, „iSFP Einfamilienhaus“).
  • Checklisten & Vorlagen bauen → weniger Zeit pro Projekt, mehr Marge.

Energieberater Stundenlohn: So kalkulierst du sinnvoll

Viele selbstständige Berater denken in Paketpreisen, brechen intern aber auf einen Stundenlohn herunter – so behältst du die Rendite im Blick.

Beispielrechnung (vereinfachtes Schema):

  • Paketpreis iSFP EFH: 1.200 € netto
  • Zeit: 12 Stunden (Akquise 2h, Vor-Ort 3h, Berechnung 5h, Bericht 2h)
  • Interner Stundenlohn = 1.200 € / 12h = 100 €/h
  • Fixkosten (Software, Versicherung, Fahrt, Marketing) anteilig abziehen → effektiver Gewinn/Stunde.

Orientierung:

  • 60–80 €/h bei einfachen Aufträgen/Startphase
  • 80–120 €/h bei gut optimierten Abläufen, förderfähigen Leistungen oder gewerblichen Kunden

Energieberater Nebenberuflich Verdienst: Was ist drin?

Nebenberuflich (1–4 Projekte/Monat) sind 600–2.000 €+ realistisch, wenn:

  • du ein klar umrissenes Angebot hast (z. B. Energieausweis, Mini-Sanierungscheck),
  • Fahrtzeiten gering sind (lokal arbeiten!),
  • du Projekt-Templates nutzt (Berichts- und Berechnungsvorlagen).

Achte auf: Anmeldung (Gewerbe/Freiberuf), Versicherung, Datenschutz, Steuer (Kleinunternehmerregelung ja/nein).

Selbstständiger Energieberater Gehalt: Vom Umsatz zum Einkommen

Umsatz ist nicht gleich Einkommen. Plane konservativ mit 40–60 % Kostenquote in der Startphase, später 25–40 % möglich.

Beispiel (Jahr 1):

  • 90.000 € Umsatz
  • 30.000 € Fixkosten (Software, Hardware, Pkw, Versicherung, Fortbildung, Marketing)
  • 12.000 € variable Kosten (Fahrten, Fremdleistungen)
  • ≈ 48.000 € vor Steuern → erst danach Einkommensteuer/Sozialabgaben.

Hebel für mehr Netto:

  • Standardisierte Pakete & clevere Tools (CAD/EnEV/GEG-Software)
  • Cross-Selling (Fördermittelservice, Baubegleitung)
  • Lokale Sichtbarkeit (Google Business Profil, Hausverwaltungen, Handwerks-Netzwerke)

Energieberater Einkommen vs. Verdienst: Fix + variabel kombinieren

Angestellt attraktiv:

  • Fixgehalt + Bonus (Projektzahl, Durchlaufzeit, Kundenzufriedenheit)
  • Weiterbildung vom Arbeitgeber bezahlt

Selbstständig attraktiv:

  • Paketpreise + Zusatzleistungen (Fördermanagement, Baubegleitung, Qualitätssicherung)
  • Retainer-Modelle mit Wohnungswirtschaft/Gewerbe

Beispiel-Tabelle: grobe Spannen

Situation Typische Spanne
Berufseinsteiger/Quereinsteiger (angestellt) 34.000–45.000 € p.a.
Erfahrener Energieberater (angestellt) 45.000–62.000 € p.a.
Stundenlohn (freiberuflich, intern kalkuliert) 60–120 €
Nebenberuflich (1–4 Projekte/Monat) 600–2.000 €+ mtl.
Umsatz selbstständig (VZ) 80.000–150.000 € p.a.

Spannen sind Richtwerte – regionale/individuelle Abweichungen üblich.

Kunden finden & lokal sichtbar werden

Wer mehr (und besser bezahlte) Aufträge möchte, setzt auf lokale Sichtbarkeit:

  • Google Business Profil sauber pflegen (Fotos, Leistungen, Bewertungen),
  • lokale Landingpages („Energieberatung in [Stadt]“),
  • Partnernetzwerke (Architekten, Schornsteinfeger, SHK-Betriebe).

Fazit

Beim Energieberater Gehalt ist vieles möglich – von sicherem Angestelltengehalt bis hin zu sehr lukrativen Stundenlöhnen in der Selbstständigkeit. Der Schlüssel sind Qualifikation, klare Leistungspakete und lokale Sichtbarkeit. Quereinsteiger starten solide und können mit den richtigen Zertifikaten, Tools und Prozessen schnell aufsteigen.

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